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KI-Agenten im Unternehmen: Sind Sie sicher?

Veröffentlicht: 19.08.2025

KI-Agenten im Unternehmen: Sind Sie sicher?

Der weit verbreitete Einsatz von KI-Agenten, von Chatbots bis hin zu Automatisierungstools, kann die Effizienz am Arbeitsplatz erheblich steigern, bringt jedoch auch erhebliche Risiken mit sich. Der einfache Zugang zu diesen Tools, oft ohne Aufsicht der IT, kann zu Datenverlust, Kontrollverlust über vertrauliche Informationen und neuen Cyber-Bedrohungen führen. Dieser Artikel beschreibt die wichtigsten Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit KI-Agenten, darunter Datenlecks, „Schatten-IT“ und Social Engineering, und gibt konkrete Empfehlungen zur Risikominderung. Unternehmen, die diese Risiken durch klare Richtlinien und starke Kontrollen adressieren, werden am besten von KI profitieren können, ohne ihre Daten oder ihre Reputation zu gefährden.

Einleitung

KI-Agenten wie Chatbots, digitale Assistenten oder Workflow-Assistenten sind inzwischen fester Bestandteil moderner Arbeitsumgebungen. Auf Plattformen wie LinkedIn finden sich täglich Angebote für kostenlose oder leicht einsetzbare KI-Tools; oft genügt ein Kommentar oder ein kurzer Download. Diese Agenten können bei alltäglichen Aufgaben wie Textentwürfen, Terminplanung oder Berichtsvorbereitung helfen. Doch die einfache Verfügbarkeit verschleiert oft die Risiken.

Viele Nutzer setzen solche Lösungen ein, ohne den zugrunde liegenden Code, die Konfiguration oder die Folgen der Integration externer Agenten zu verstehen. Das gilt nicht nur für persönliche „Hobby-Tools“. Auch bei professionellen KI-Lösungen entstehen Risiken, wenn es an klarer Governance fehlt. Da KI-Agenten immer häufiger ausserhalb der IT-Abteilungen eingesetzt werden, entstehen neue Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit, Datenschutz und Compliance. Diese Risiken müssen adressiert werden, um Vorteile nicht auf Kosten der Datensicherheit oder Unternehmensresilienz zu erkaufen.

Risiko: Offenlegung sensibler Daten

Ein zentrales Problem ist die unbeabsichtigte Weitergabe vertraulicher Informationen. Mitarbeitende, die Zeit sparen wollen, geben womöglich Finanzdaten, Kundenlisten oder interne Strategien in KI-Tools ein. Viele dieser Tools verarbeiten oder speichern Daten in der Cloud und oft ausserhalb der Kontrolle der IT-Abteilung. Teilweise werden diese Daten sogar genutzt, um die zugrunde liegenden Modelle weiter zu trainieren, was Fragen zu Datenschutz, Kontrollverlust und regulatorischer Konformität (z. B. DSGVO, nDSG) aufwirft. Bei KI-Tools externer Anbieter steigt das Risiko, dass Daten ohne Zustimmung weiterverwendet oder offengelegt werden.

Schatten-IT und fehlende Kontrolle

Ein weiteres Risiko ist die unkontrollierte Einführung von KI-Tools, auch „Schatten-IT“ genannt. Mitarbeitende können leicht Browser-Erweiterungen installieren, KI-Apps abonnieren oder digitale Assistenten anbinden, ohne IT oder Security einzubeziehen. So wird es fast unmöglich zu überwachen, welche Tools im Einsatz sind, welche Daten verarbeitet werden und ob Sicherheitsstandards eingehalten werden. In Grossunternehmen oder Banken ist dies oft durch strenge Regeln eingeschränkt, in kleinen Unternehmen jedoch leicht möglich, mit entsprechendem Gefahrenpotenzial.

Fehlerhafte oder manipulierte Ergebnisse

KI-Agenten sind nicht unfehlbar. Mitarbeitende verlassen sich manchmal zu stark auf ihre Ausgaben, in der Annahme, diese seien immer korrekt. Tatsächlich können Ergebnisse fehlerhaft sein, gezielt manipuliert werden oder durch „Prompt-Angriffe“ falsche Informationen liefern. Wer auf fehlerhafte Zusammenfassungen, falsche Analysen oder unkorrekte Compliance-Empfehlungen reagiert, setzt das Unternehmen dem Risiko von Fehlentscheidungen, regulatorischen Problemen oder Reputationsschäden aus.

Social Engineering und Identitätsmissbrauch

Die Bedrohung geht über Fehler hinaus. KI-gestützte Social-Engineering-Angriffe werden immer raffinierter. Angreifer können täuschend echte Phishing-Mails oder gefälschte Anweisungen im Stil von Führungskräften erstellen. Solche Nachrichten sind deutlich überzeugender und erhöhen die Erfolgsquote. Unaufmerksame Mitarbeitende könnten so vertrauliche Daten preisgeben oder Zahlungen freigeben, mit schwerwiegenden Folgen.

Bösartige oder kompromittierte KI-Agenten

Es besteht auch die Gefahr, dass bösartige oder manipulierte KI-Tools installiert werden, ob als Browser-Plugin oder Produktivitätstool. Diese könnten Tastatureingaben aufzeichnen, Dokumente kopieren oder Hintertüren ins Unternehmensnetz öffnen. Damit würde das eigentliche Effizienz-Tool selbst zum Einfallstor für Cyberangriffe.

Risikominderung

Unternehmen müssen eine Balance zwischen Innovation und Kontrolle finden. Klare Richtlinien sind entscheidend: Mitarbeitende müssen wissen, welche Daten sie teilen dürfen und welche Tools freigegeben sind. IT und Security benötigen gleichzeitig Transparenz darüber, welche KI-Tools im Einsatz sind, um Risiken zu bewerten und zu steuern.

Technische Schutzmassnahmen sind ebenso wichtig. Data-Loss-Prevention-Systeme können erkennen, wenn sensible Daten an unautorisierte Ziele gesendet werden. Begrenzte Zugriffsrechte für KI-Tools können die Folgen eines Angriffs eindämmen. Alle KI-Agenten, insbesondere jene mit Zugriff auf E-Mails, Dokumente oder Kalender, sollten nur von seriösen Anbietern stammen und sicher konfiguriert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Überprüfen der Anbieter: Vor Einführung eines KI-Tools sollte die Datenverarbeitung, die Datenschutzrichtlinien und die regulatorische Konformität des Anbieters geprüft werden. Enterprise-Grade-Lösungen mit klaren Verträgen und transparenten Nutzungsregeln sind zu bevorzugen.

Schliesslich sollten Incident-Response-Pläne (IRP) auch KI-spezifische Vorfälle abdecken; von Datenlecks bis hin zu kompromittierten Tools.

Fazit

KI-Agenten werden immer mehr zum Bestandteil des digitalen Arbeitsplatzes. Ihr Einsatz bringt jedoch erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich. Unternehmen, die diese proaktiv durch klare Regeln, Schulungen, technische Kontrollen und Governance adressieren, werden den grössten Nutzen aus KI ziehen, bei maximaler Sicherheit für ihre Werte und ihren Ruf. Sichere und verantwortungsbewusste Nutzung erfordert Führungskompetenz und eine Kultur der Aufmerksamkeit auf allen Ebenen.